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Die Europawahlen im Blick

Die Wormser Gruppe von „Pulse of Europe“ will an Schulen für den europäischen Gedanken werben. Dafür sucht sie noch aktive Mitstreiter.

Foto: PoE

Im Vorfeld der Europawahl 2019 sucht Pulse of Europe-Worms weitere aktive Mitstreiter und Mitstreiterinnen. Foto: PoE Worms

WORMS - (gö). Die Wormser Gruppe von „Pulse of Europe“, kurz PoE, wird wieder aktiv. Sie will im Vorfeld der Europawahl im Mai nächsten Jahres zudem weitere aktive Mitstreiter gewinnen und in Schulen für den europäischen Gedanken werben.

Am Montag, 26. November, startet um 19 Uhr ein „offener Treff“ von PoE Worms im Weinhaus Weiß, Färbergasse 19. Diese offenen Treffs sollen künftig jeden Monat stattfinden, es sind alle, die sich für eine einige, soziale und demokratische Europäische Union einsetzen wollen, herzlich eingeladen, so Bertram Schmitt für die PoE-Gruppe.

Als eine der wichtigsten aktuellen Aktivitäten bezeichnet die Gruppe ihre Kooperationen mit Wormser Schulen.

So beteiligten sich Aktive von PoE-Worms am „Europäischen Tag der Sprachen“ am Rudi Stephan Gymnasium. Unter anderem gab es dort einen „Gallery Walk“, bei dem Schüler mit einem Laufzettel an mehreren Stationen Informationen zu europäischer Kultur, Geschichte und Sprachen sammeln konnten. PoE Worms hatte seinen Infotisch direkt neben den Stationen dieses „GalleryWalk“ aufgebaut. Bertram Schmitt zeigte in der Aula zweifach – zunächst für 150 Schüler der Klasse 8 und 9 und anschließend für rund 200 der Oberstufe – eine viertelstündige Präsentation.

„Diese Aktion sehen wir als modellhaft für die Zusammenarbeit mit anderen Wormser Schulen, die wir gerade gezielt ansprechen“, so Schmitt. Da sowohl Eleonoren-Gymnasium als auch Rudi-Stephan-Gymnasium Europaschulen sind, liege eine Zusammenarbeit sowieso nahe. Aber auch bei anderen Wormser Schulen möchte PoE Interesse für ein gemeinsames Engagement für Europa wecken. „Perspektivisch arbeiten wir dabei auf eine gemeinsame Europawahl-Veranstaltung mit Kandidaten verschiedener Parteien für die Europawahl im ersten Quartal 2019 hin“, kündigt Schmitt an.

Mit der Durchführung von Haus-Parlamenten hat PoE im Sommer eine neue Form der Bürgerbeteiligung in der EU initiiert. Wenn man die Europapolitik aktiv mitgestalten will, kann man Gastgeber eines Haus-Parlamentes werden. Dazu lädt man Freunde und Bekannte ein und beteiligt sich mit einer lebendigen Diskussion am politischen Entscheidungsprozess über die Zukunft Europas. Mit den Haus-Parlamenten möchte PoE zivilgesellschaftliches Engagement für Europa dort ermöglichen, wo Meinungen als erstes entstehen: am Küchentisch, beim gemeinsamen Essen mit Freunden und Bekannten, einfach zu Hause oder auch im Café, am Stammtisch oder im Park. Das möchte die Pulse of Europe-Gruppe auch hier etablieren.

Bericht: Wormser Zeitung vom 22.11.2018

 


Foto: PoE -Worms

Pulse of Europe demonstriert am Wormser Winzerbrunnen gegen CSU-Politik

WORMS - (red). Die Wormser Engagierten der Bürgerinitiative „Pulse of Europe“ haben sich gegen nationale Alleingänge in der Flüchtlingspolitik ausgesprochen. Auf einer spontan einberufenen, kleinen Demonstration am Winzerbrunnen verdeutlichten sie ihre Meinung.

„15 Personen waren bereit, mit Transparenten und Europafahnen gegen die aktuelle Politik der CSU zu protestieren“, so die Initiative. Die Christlich Soziale Union gefährde die Regierungskoalition und stelle sich offen gegen ein vereintes Europa. Es dürfe aber aus Sicht der Bürgerinitiative weder in der Eurozonen-Politik noch in der Asyl – und Migrationspolitik Alleingänge geben. Europa müsse gemeinsam handeln, „die EU muss konstruktiv reformiert werden“.

„Annäherung an die Nationalisten in Europa“

Es könne Argumente für die eine oder andere Richtung in der Migrationspolitik geben, so die Bürgerinitiative. „Klar sollte aber sein: Es funktioniert nur über eine gesamteuropäische Regelung. Alles andere ist nicht tragfähig. Deshalb haben wir kein Verständnis, wenn multilaterale Lösungen in Abrede gestellt werden, wie dies etwa Markus Söder getan hat.“ Die CSU nehme eine Aufkündigung der europäischen Zusammenarbeit in Kauf und gefährde konkret die Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa. „Politisch-strategisch bedeutet dies eine massive Verschiebung der deutschen Europapolitik in Richtung nationaler Alleingänge und eine Annäherung an die Nationalisten in Europa. Zugespitzt ausgedrückt: Mit ihrer ‚Bayern-first-Linie‘ gefährdet die CSU die Regierungskoalition und stellt sich offen gegen ein vereintes Europa.“

Pulse of Europe sei überparteilich, „und das bleiben wir auch“. Doch diese Schritte der CSU könnten so nicht stehen gelassen werden. Europa müsse gemeinsam handeln, nationale Alleingänge seien nicht akzeptabel. „Wir sehen nicht zu, wie die CSU die nun endlich aufgenommene und dringend notwendige EU-Reforminitiative mit den französischen Partnern einfach wegwischt.“

Pulse of Europe erwarte von den politisch Verantwortlichen einen konstruktiven Reformprozess, den Frankreich und Deutschland bereits angestoßen hätten.

Bericht, Wormser Zeitung 21.06.2018

 

Gastfreundschaft in Landestracht:
Beim International Day an der Hochschule Worms stellen ausländische Studenten ihre Heimat vor

Von Anna Mielke

WORMS - Eine Weltreise unternehmen können Besucher des „International Day“ an der Hochschule: Zum 17. Mal haben Studenten aus China, der Ukraine, Syrien, Mexiko und vielen anderen Ländern Stände aufgebaut, an denen sie landestypische kulinarische Spezialitäten anbieten und über ihr Land informieren. „20 bis 30 Prozent unserer Studenten sind Ausländer, es gibt 80 verschiedene Nationen an unserer Hochschule und wir vermitteln Auslandsaufenthalte an 160 Schulen in verschiedenen Ländern“, sagt Vizepräsident Prof. Henning Kehr nicht ohne Stolz bei seiner Eröffnungsrede. Er betont weiterhin, dass gelebte Interkulturalität immer ein Gewinn für beide Seiten, sowohl die ausländische als auch die deutsche, ist.

„Wir freuen uns sehr über den Pulse-of-Europe-Stand und hoffen, dass ihr ihm alle einen Besuch abstattet“, sagt Moderatorin Anette Mayer-Möbius. Die europaweit tätige Organisation informiert mit Infobroschüren über die Relevanz der Europäischen Union für Europa und fordert auf, sich für den Erhalt des Bündnisses und des europäischen Gedankens einzusetzen. Dort kann man auf einen Zettel schreiben, was man mit Europa verbindet und diesen an die Pinnwand heften. „Ich liebe Europa, weil ich grenzenlos reisen kann“ oder „Europa ist ein gutes Beispiel für ein friedliches Miteinander von verschiedenen Kulturen und Menschen“ steht da geschrieben.

„Afrika ist mehr als hungernde Kinder“

Bevor sich alle auf das interkulturelle Essen stürzen können, spielen Jean Christophe Marwede am Cello und Daniel Weimer an der Gitarre ein internationales Medley, es wird zu einem bulgarischen Stück getanzt, und Andrew Adams hält eine Präsentation über sein Heimatland Ghana. Adams erklärt grundlegende Fakten, klärt über die Geschichte und die aktuelle Politik auf und, das ist ihm sehr wichtig, stellt das Bild, das in vielen Medien publiziert wird, in Frage. „Afrika ist sehr viel mehr als arme und hungernde Kinder, die traurig sind. Wir haben sehr moderne Großstädte, Hotelanlagen und Shoppingzentren. Auch wenn viele Leute nicht sehr viel Geld haben, so sind die meisten in unserem Land doch sehr lebensfroh und lachen viel“, erklärt der Ghanaer. Es gibt viel zu erfahren über die einzelnen Länder und die Studenten geben bereitwillig Auskunft und freuen sich, ihre Kultur erklären zu können. „Ich denke, das heute ist eine gute Möglichkeit für Unternehmensvertreter, sich quasi ,vor Ort' über verschiedene Länder zu informieren“, sagt Professor Kehr. Carlo Riva vom Beirat für Migration und Integration begrüßt mit einem herzlichen Buongiorno und lobt den mittlerweile schon zur Tradition gewordenen „International Day“: „Was Sie hier leisten, ist fast Botschaftsarbeit. Sie vertreten ihr Land“, meint er. „Das zeigt den kulturellen Reichtum der Stadt. Jeder vierte Bürger in Worms hat Migrationshintergrund, wir haben hier 130 Religionen und Kulturen, die miteinander leben“, so Riva.

Nach dem Bühnenprogramm werden dann alle Tische und Pinnwände gerichtet und es beginnt ein buntes Schnattern, Probieren, Lernen und Austauschen auf allen möglichen Sprachen. Viele Studenten tragen die traditionelle Kleidung ihres Heimatlandes, und so ist es auch modisch ein großes buntes Miteinander in der Aula der Hochschule an diesem Nachmittag.

Bericht WZ 11.06.2018

 

Leserbrief zum Bericht: Insider gibt Auskunft (s.u.)

Wormser Zeitung , 2018-06.01

 

Ein Insider gibt Auskunft – Bundestagsabgeordneter Jan Metzler besucht Wormser Rudi-Stephan-Gymnasium

WORMS - (red). Zum EU-Projekttag das Rudi-Stephan-Gymnasiums besuchte Bundestagsabgeordneter Jan Metzler das Gymnasium. Seit 2007 gibt es den EU-Projekttag an deutschen Schulen. Deutschland hatte damals die EU-Ratspräsidentschaft inne und Bundeskanzlerin Angela Merkel initiierte den Tag, um junge Menschen für die Europäische Union zu interessieren. Seitdem besuchen Politiker jeden Mai bundesweit Schulen. So traf es sich gut, dass der Besuch zum EU-Projekttag mit der Ernennung des RSG zur Europaschule, gemeinsam mit dem Elo wenige Tage zuvor zusammenfiel.

Als Abgeordneter Metzler zu Beginn der Doppelstunde die Schüler fragte, wer denn von den Anwesenden Europa gut finde, signalisierte ihm ein Heer von Fingern: „Europa, finden wir super!“ Erstaunt war der Abgeordnete dann aber doch, als dieselbe Fingerzahl auch für die Zustimmung zur Europäischen Union in die Höhe schnellte. „Das sieht man in dieser überwiegenden Mehrheit nicht so oft in Schulen“, bekundete Metzler und stellte sich nach einigen einleitenden Gedanken zum großen Friedensprojekt Europa den Fragen der Jungeuropäer.

Und hierbei ging es dann durchaus zur Sache. Denn schnell kam man von den Bekenntnissen zum großen europäischen Projekt in die Niederungen des Klein-Klein europäischer Tagespolitik. Debattiert wurde über die europäischen Nachbarn, die sich zurzeit aus dem gemeinsamen Projekt verabschieden, über fiskalische Probleme, was die Haushaltspolitik einzelner EU-Partner angeht, hin zum neuen Vorschlag des französischen Präsidenten Macron zu einer engeren Verzahnung der Union.

Und neben klaren Bekenntnissen zum europäischen Projekt gab der Abgeordnete durchaus interessante und pikante Informationen preis. So sei man kurz vor der Brexit-Abstimmung als parlamentarische Delegation des Bundestags nach London gereist, um die Lage vor Ort zu erkunden. „Alle waren sich dort sicher, dass man die Abstimmung pro Europa mit mindestens 70 Prozent gewinnt.“ Wie es gekommen sei, wisse man.

Auch auf Macrons Vertiefungsvorschlag der Union ging Metzler ein und zur Überraschung nicht weniger sieht er die französische Initiative eher mit Wolfgang Schäubles Augen als mit denen seiner Kanzlerin. Die Nachfrage, ob er sich ein Europa der zwei Geschwindigkeiten vorstellen könne, bejahte Metzler ausdrücklich, um dann aber ganz deutlich wieder auf die merkelschen Tugenden der schwäbischen Hausfrau zu verweisen und mit der Vertiefung von Militär-, Steuer- oder Finanzpolitik klarere Regeln und Haushaltsdisziplin einforderte.

Bericht: WZ 23.05.2018

 

Arbeitsgruppe Italien von Pulse of Europe Worms
will sich an Demo beteiligen

Von Ulrike Schäfer

WORMS - Am 4. März finden in Italien Parlamentswahlen statt. Aus diesem Anlass plant Pulse of Europe (PoE) für Sonntag, 25. Februar, eine Demonstration in Italiens Hauptstadt. Die Arbeitsgruppe Italien ruft alle Gruppen der Pulse-of-Europe-Bewegung dazu auf, an diesem Tag aktiv zu werden und durch Aktionen und Aktivitäten die Veranstaltung in Rom zu unterstützen. Die Wormser Gruppe will sich beteiligen.

„Lasst uns wieder einmal alle Kräfte bündeln, um sichtbar und hörbar zu sein“, heißt es im Schreiben der Italiener. „Dieser Tag ist äußerst bedeutsam für die Europäische Union. Der Nationalismus greift mehr und mehr um sich.“ Auch in Italien gebe es innerhalb der politischen Landschaft diverse Parteien und Bewegungen (Movimento 5 Stelle, LEGA, Fratelli d'Italia), die durch den Aufbau von Ängsten in der Bevölkerung die Europäische Union angreifen, sie schwächen und zu zerstören suchen.

Natürlich seien die Probleme in den einzelnen Ländern vielschichtig, räumen die Verfasser des Schreibens ein, „doch wir sind überzeugt, dass eine Lösung nicht in der Abschottung gegenüber der Außenwelt liegt. Wir unterstützen keine konkrete Partei, aber wir ergreifen Partei für eine starke Europäische Union, ihre Verbesserung und Weiterentwicklung.“

In Worms ist der Aufruf der PoE-Arbeitsgruppe Italien auf offene Ohren gestoßen. Bertram Schmitt, Initiator der Wormser PoE- Gruppe, und seine Mitstreiter laden deshalb zu einem Treffen am Samstag, 24. Februar, 11 Uhr, unter dem Motto „Italia e Unione Europea – amore eterno!“ auf dem Parmaplatz (vor Café Pinel) ein und hoffen, dass möglichst viele Menschen teilnehmen und dass auch alle italienischen Freunde dabei sind. Fotos und Berichte von den Aktionen für ein offenes, freies und friedliches Europa gehen an italienische Medien.

Bericht: WZ-online 17.02.2018

 

Bericht Nibelungenkurier 23.12.2017

 

„Pulse of Europe“ plant für Worms weitere Veranstaltungen


WORMS - (red). Pulse of Europe, die proeuropäische Initiative, meldet sich in Worms wieder zu Wort. Zwar ist es seit September ruhiger geworden, es fanden keine Demonstrationen mehr statt – dennoch, so teilte die Initiative mit, werde sich „Pulse of Europe“ auch weiter aktiv in der Wormser Öffentlichkeit für Europa einsetzen und Flagge zeigen. In der Adventszeit werde es wieder eine öffentliche Aktion in Worms geben – und für die Wintermonate im nächsten Jahr würden vom Organisationsteam weitere Aktionen und Veranstaltungen geplant, darunter eine Fahrt nach Brüssel. Auch wenn Pulse of Europe in der Wormser Öffentlichkeit zuletzt nicht sichtbar gewesen sei, träfen sich doch die Initiatoren regelmäßig zum Meinungsaustausch und der Vorbereitung neuer Veranstaltungen, berichtet die Initiative.

Denn die Situation in der Europäischen Union habe sich seit Sommer nicht grundsätzlich verändert: Auch wenn die Rechtspopulisten in Frankreich nicht gewonnen hätten, bedrohten doch Wahlergebnisse und Ereignisse in Österreich, Tschechien, Italien und Katalonien weiterhin die demokratische Grundordnung innerhalb der EU.

Pulse of Europe rufe daher dazu auf, sich am Samstag 25. November, an europaweiten Demos für Fortschritte in der EU in Berlin und in anderen europäischen Hauptstädten zu beteiligen. Ziel sei es, ein deutliches Zeichen zu setzen, die notwendigen Reformen anzugehen und den Schwung, der von Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron, aber auch Jean-Claude Juncker, Präsident der Europäischen Kommission, ausgehe, aufzugreifen. Europa brauche dringend eine Neuorientierung.

Bericht WZ 23.11.2017

 

Reinhard Lied ist ein Freund von PoE-Worms (siehe Bericht vom Pfingstsonntag, 04.06.2017)
Seine Freundschaft mit Guy Benoit aus Beaune dauert schon 50 Jahre.
Ein hallbes Jahrhundert gelebte deutsch - französische Freundschaft muss uns diesen Bericht wert sein:.


Foto WZ 25.10.17

Freunde fürs Leben: Reinhard Lied aus Worms und Guy Benoit aus Beaune sind seit 50 Jahren verbunden

Von Martina Wirthwein

WORMS - Die Fünf in Französisch hätte wirklich nicht sein müssen, war die schlechte Note doch schlichtweg ein Ergebnis von Faulheit und Desinteresse. Aber andersrum betrachtet: Hätte sich Reinhard Lied in diesem Fach angestrengt, wüsste Guy Benoit im französischen Beaune vielleicht gar nichts von dessen Existenz. Er wüsste nichts von jenem Wormser, in dem er einen Freund fürs Leben fand. Oder sollte man besser sagen: Bruder im Geiste? Dieser Gedanke kommt auf, betrachtet man die beiden über 60-jährigen Männer, die lässig auf der Couch im Wohnzimmer im Liedschen Haus im Wormser Westen sitzen und viel Vertrautheit ausstrahlen.

50 Jahre sind die beiden nun schon befreundet. Reinhard Lied erzählt von der Mutter, die in den 30er Jahren an der deutsch-französischen Grenze stand und rüber ins „andere“ Land geschaut und sich gewundert hat, „dass die da drüben ja die gleichen Kinderwagen haben wie wir“. Frankreich war einst der Erbfeind. „Man kannte sich nicht. Die Völker waren sich fremd“, weiß er. Erst Mitte der 60er Jahre sollte sich das Verhältnis zwischen beiden Ländern grundlegend ändern, die Nationen wurden zu Freunden.

Frauen, Feste und Liebe zu gutem Wein

So kann auch die Beziehung zwischen Guy und Reinhard beschrieben werden, denn deren Freundschaft hakte zu Anfang schon ein wenig. „Ich habe mich ein Mal in meinem Leben geprügelt – und das war mit ihm“, schmunzelt Reinhard Lied und deutet auf seinen französischen Freund. Doch zurück zum Anfang. Die Fünf in Französisch nahm Reinhards Mutter damals zum Anlass, beim Direktor seiner Schule, dem Alten Kurfürstlichen Gymnasium in Bensheim, vorstellig zu werden. Was tun mit diesem faulen Burschen? Der Schulleiter reagierte prompt und empfahl die Teilnahme am Schüleraustausch. „Ich wurde dazu gezwungen, ich hatte keine Chance“, erinnert sich der Wormser lachend. Und so stieg im Jahr 1967 der 16-jährige Reinhard Lied in Beaune in Burgund aus dem Omnibus und sah sich erstmals einem fast Gleichaltrigen gegenüber, mit dem er aufgrund unterschiedlicher Interessen im ersten Jahr nicht wirklich klar kam. „Die Familie war sehr nett. Ich wurde hervorragend aufgenommen; es war eine traumhafte Atmosphäre. Aber dieser Junge …“ Reinhard Lied und Guy Benoit schauen sich an und lachen wieder. Und auch im Jahr darauf, beim zweiten Austausch, kam keine wirkliche Harmonie auf. Dennoch blieben sie in Kontakt – wenn sich dieser auch mehr oder weniger auf das Schreiben von Post- und Weihnachtskarten beschränkte. Als Guy Benoit, mittlerweile Absolvent einer Pariser Wirtschaftsschule, ein dreimonatiges Praktikum absolvieren musste, fiel die Wahl auf Vorschlag seines Vaters, eines Möbelschreiners, auf 3K Möbel in Worms. Gerne nahm Familie Lied den jungen Franzosen bei sich auf. Und jetzt wuchs die Freundschaft der endlich der Pubertät entwachsenen jungen Männer und festigte sich. Reinhard und Guy sind in einem Alter, in dem sie das Gefühl des gegenseitigen „Fremdseins“ zwischen ihren Nationen nicht beziehungsweise kaum am eigenen Leib erfahren haben. Lachend erzählen sie von Parallelen in ihrer persönlichen Entwicklung. Beispielsweise was die Frauen betrifft, das Feste feiern und die Liebe zu gutem Wein, die den bis zur Rente im Weinvertrieb tätigen Guy und den 2013 zum Kultur- und Weinbotschafter ernannten Reinhard verbindet. Neun Abende auf dem Backfischfest sind ebenso eine Selbstverständlichkeit wie der Besuch des berühmten „Vente des Vines“ in Beaune, der an jedem dritten Sonntag im November stattfindet.

Übrigens, die Fünf in Französisch hat sich Reinhard Lied bis zum Abitur bewahrt. Dass der Wormser dennoch mittlerweile sehr gut französisch spricht (und der Freund aus Burgund deutsch), ist alleine der Freundschaft zu verdanken, die sich über die Jahre tief verfestigt hat und der Idee, dass jeder ausschließlich in der Sprache des anderen spricht. „Sonst wäre es mit unseren jeweiligen Sprachkenntnissen nie so weit gekommen.“

Bericht WZ 25.10.2017

 

 


Foto WZ 18.09.17

Flämmchen darf nicht verlöschen

Wormser Gruppe von „Pulse of Europe“ traf sich zur vorerst letzten Demo auf Marktplatz, will aber weiter aktiv bleiben

Von Ulrike Schäfer

WORMS - Es war die vorerst letzte Veranstaltung, zu der der Wormser Ableger der „Pulse of Europe“-Bewegung (PoE) auf den Marktplatz eingeladen hatte. In letzter Zeit war der Zuspruch nicht mehr allzu groß gewesen. Lediglich bei den Politikerbefragungen vor 14 und acht Tagen hatten sich wieder viele Menschen eingefunden. Dieses Mal waren es um die 30 Teilnehmer. Dennoch war das Resümee, das Bertram Schmitt, der Initiator der Wormser PoE-Bewegung, zog, sehr positiv.

Trotz Begeisterung auch kritische Fragen

Anhand von Fotos vollzog er die einzelnen Treffen noch einmal nach. Angefangen hatte man am 26. März mit acht Leuten. Acht Tage später waren es schon doppelt so viele, am 9. April wollten 70 Menschen die europäische Idee unterstützen. Bei dieser Größe habe sich dann die Teilnehmerzahl eingependelt.

Höhepunkte waren die Buchstabenkette „France, ne me quitte pas“ vor der Frankreich-Wahl, die Luftballonaktion, die Formulierung von offenen Briefen an die Politiker und die Verlesung von Karten, auf denen die Menschen ihr Eintreten für Europa formuliert hatten. Nach diesem Rückblick erzählten einige der Anwesenden, was ihnen die Aktion bedeutet und wie sie sich die Zukunft vorstellen. „Was uns zusammenhält, ist nicht nur die Begeisterung für Europa, sondern auch unsere kritische Haltung zu manchen fragwürdigen Dingen“, sagte Helmut Schäf, ein Sprecher der Initiative, und spielte dabei insbesondere auf die jüngsten Pläne von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker an. Die Pulse-of-Europe-Bewegung in Worms jetzt zu den Akten zu legen, halte er für falsch: „Das kleine Flämmchen für Europa darf nicht verlöschen.“

Andere, wie der Offsteiner Wulf Abigt, erinnerten sich gerne an die parteiübergreifende Demonstration der Jugend „Wir für Europa“ im Mai. „Mir gefällt an der Bewegung, dass sie bunt ist, dass sich Menschen aller Couleur hier zusammenfinden“, betonte Klaus Martin. „Das größte Verdienst Europas ist, dass wir seit 70 Jahren in Frieden leben.“ Engelbert Kloos ergänzte, sein großer Traum sei, dass am 20. September das Verbot von Atomwaffen von ganz Europa unterzeichnet werde. Sebastian Knopf von den Linken hob als wichtigstes Ergebnis der PoE-Intiative hervor, dass Europa endlich wieder in der Öffentlichkeit wahrgenommen worden sei. „Wir müssen nun diskutieren, wohin sich die EU entwickeln soll“, sagte er und schlug vor, dass man sich wenigstens einmal im Monat treffen solle, um das Thema präsent zu halten.

Das soll nun beim nächsten Treffen der Organisatoren am Dienstag beraten werden. Wie notwendig nach wie vor das Zusammenstehen für Europa ist, zeigte der Brief von PoE-Gründer Dr. Daniel Röder, den Bertram Schmitt auszugsweise verlas. Er warf die Fragen auf, wie sich Ungarn zukünftig zu Europa verhalten wird, was die Wahlen in Tschechien bringen werden, ob Macrons Vision von Europa auf fruchtbaren Boden fallen wird, ob Junckers Vorschläge umgesetzt werden. Ehe Liedermacher Uli Valnion zum Schluss das Wormser Europa-Lied zur Gitarre anstimmte, wies Schmitt nachdrücklich auf die Möglichkeit hin, Fördermitglied der Bundesinitiative Pulse of Europe zu werden.

Bericht WZ 18.09.17

 

Bericht WZ 06.09.17

 

Interview WZ 01.09.17

 

Mit Vertretern der Parteien detailliert austauschen

„PulseofEurope”-Worms wirbt für Bürgergespräch zur Europapolitik am 3. September um 14 Uhr auf dem Wormser Marktplatz

„Pulse of Europe” lädt nach der Sommerpause am 3. September zum Bürgergespräch zur Europapolitik auf dem Marktplatz ein.

Nach der Sommerpause mit wenigen Außenaktivitäten hat „Pulse of Europe” (PoE) sich am Samstag wieder in der Wormser Öffentlichkeit zurückgemeldet. Im und um den Wochenmarkt warben Aktive der „Bewegung für ein einiges, soziales und demokratisches Europa“ für die Teilnahme möglichst vieler Bürgerinnen und Bürger am Europa-Gespräch auf dem Marktplatz am 3. September. Bestückt mit Europafahnen und Infotafeln verteilten die PoE-Leute Flyer und suchten das Gespräch mit Marktbesuchern und Passanten. Drei Sonntage vor der Bundestagswahl werden die Wählerinnen und Wähler Gelegenheit haben mit Politikern unserer Region über die Europapolitik ihrer Parteien ins Gespräch zu kommen. Marcus Held (MdB SPD), Jan Metzler (MdB CDU), Thomas Rahner (BK B90-Die Grünen) und Alexander Ulrich (MdB Die Linke) werden am ersten Septembersonntag, dem 3. September um 14 Uhr, bei „PulseofEurope”-Worms zu Gast sein. Auch VertreterInnen der FDP waren angeschrieben worden. Dies blieb aber ohne Resonanz. PoE versteht sich – wie inzwischen bekannt sein sollte – als überparteiliche Bewegung, die sich einsetzt für die Stärkung und demokratische Weiterentwicklung der EU. PoE hat dazu Thesen formuliert, deren Quintessenz folgend wiedergegeben ist.

Wenn die Europäische Union scheitert, steht der Frieden auf unserem Kontinent und darüber hinaus auf dem Spiel. Wir alle sind dafür verantwortlich destruktiven und rückwärtsgewandten Tendenzen entgegenzutreten. Demokratie scheitert nicht an ihren Gegnern, sondern an der Untätigkeit der Demokraten. Deswegen sollen alle aufstehen und wählen gehen und europafreundlichen Parteien ihre Stimme geben. Grundrechte und Rechtsstaatlichkeit sind unantastbar: Die Freiheit der Einzelnen, Gerechtigkeit und Rechtssicherheit sind weiterhin in ganz Europa zu gewährleisten. Die europäischen Grundfreiheiten sind nicht verhandelbar. Personenfreizügigkeit, freier Warenverkehr, freier Zahlungsverkehr und Dienstleistungsfreiheit sind historische Errungenschaften, die aus Nationalstaaten eine Gemeinschaft gemacht haben.

Nichtsdestotrotz sind Reformen der EU dringend notwendig. Die europäische Idee muss wieder verständlicher und bürgernäher werden. Sie muss von unten nach oben getragen werden. Einer Spaltung innerhalb der Bevölkerung ist entgegenzuwirken, das gilt auch für den Unterschied zwischen Arm und Reich und ärmeren und reicheren Ländern in der EU. Aufgabe der Europäischen Union ist, Lösungen für die Themen zu finden, die für die Bürger tatsächlich wichtig sind. Ängste sollen in Zuversicht gewandelt werden können. Die Vielfalt innerhalb Europas ist großartig. Vielfalt und Gemeinsamkeit sind kein Widerspruch, und niemand muss sich zwischen regionaler, nationaler und europäischer Identität entscheiden.

Alle können mitmachen – und sollen es auch: „Pulse of Europe” ist eine zivilgesellschaftliche Initiative zum Erhalt Europas – überparteilich und überkonfessionell. Alle, die sich auf die europäische Grundidee einlassen, können sich einbringen. Der europäische Pulsschlag muss wieder spürbar werden. Ganz in diesem Sinn soll die Veranstaltung von PoE-Worms drei Wochen vor der Bundestagswahl Bürgerinnen und Bürgern ermöglichen sich über die unterschiedlichen Ansätze der demokratischen Parteien in der Europapolitik zu informieren. Die Parteien hatten dazu alle auf einen offenen Brief von PoE vom Mai geantwortet. Ihre Antworten können nachgelesen werden unter: https://pulseofeurope.eu/de/antworten-offener-brief/

PoE möchten eine Plattform bieten, sich mit Vertretern der Parteien detailliert auszutauschen über das, was die EU für sie ausmacht, wie sie Probleme lösen, die demokratischen Prozesse stärken und wieder mehr Gemeinsamkeit herstellen wollen. Die vier Bundestagskandidaten werden anfangs zu ihrem persönlichen Bezug zur EU befragt. Anschließend wird an vier Orten auf dem Marktplatz die Möglichkeit bestehen mit den Politikern unmittelbar ins Gespräch zu kommen. Diese Gespräche werden von PoE-Aktiven moderiert.

Folgende Themen sollen dabei zur Sprache kommen:

  • europäische Sozialpolitik und Wirtschaftspolitik
  • europäische Einwanderungs- und Flüchtlingspolitik
  • Innere und äußere Sicherheit in der EU
  • Demokratisierung der EU

Danach werden die vier Bundestagskandidaten um ihr Fazit aus den Gesprächen gebeten. PoE Worms ruft die Bürger und Bürgerinnen auf, die Gelegenheit zu nutzen mit Vertretern europafreundlicher Parteien direkt und „unplugged” ins Gespräch zu kommen, um entscheiden zu können, wen man wählen soll, damit es mit der EU wieder aufwärts geht.

Nibelungenkurier-online, 31-08.17

 

Ein Ei, aus dem ein Huhn werden muss

Von Ulrike Schäfer

WORMS - Zum letzten Mal vorm Backfischfest trafen sich am Pfingstsonntag all jene Wormser, deren Herz für Europa schlägt. Den etwa 60 Menschen, die sich im Zeichen von „Pulse of Europe“ auf dem Marktplatz im Schatten der Dreifaltigkeitskirche zusammenfanden, erläuterte Initiator Bertram Schmitt die nächsten Schritte. Wie bereits angekündigt, habe sich das Organisationsteam entschlossen, bis Ende August eine Sommerpause einzulegen und dann wieder an den drei Septembersonntagen vor der Bundestagswahl für Europa auf die Straße zu gehen, sagte er.

Einen ersten Anlauf für die neue Staffel werde es ganz zwanglos am Samstagmorgen, 26. August, vor der Eröffnung des Backfischfests, geben. Bis dahin hoffe man auch auf Rückmeldungen zum offenen Brief an die Parteien. Auch gehe man davon aus, dass sich an den drei Sonntagen der eine oder andere Politiker bei „Pulse of Europe“ sehen lasse und seine Meinung, wenn nötig auch seine Bedenken, äußere.

Nachdem Ede Janson (Gitarre) und Andreas Werner (Schlagzeug) das Europa-Lied auf die Melodie von „Yellow Submarine“ intoniert hatten, wurden Karten verlesen, auf denen der Satz: „Europa ist für mich …“ vollendet werden konnte. „Europa ist für mich wie ein Ei, aus dem ein Huhn werden muss“, begann der erste Beitrag. Soziale Gerechtigkeit und Solidarität, Gespräch und konstruktiver Streit, Friede und Freiheit sollten daraus erwachsen. Er mündete in den Appell: „Es lebe die Republik Europa!“ So weit gingen andere Statements nicht. Unter anderem wurde gegenseitiger Respekt gefordert, Toleranz, Gleichheit der Geschlechter, freie Wahl des Arbeitsplatzes, ein gewisser Wohlstand für alle und auch mehr Solidarität mit den Flüchtlingen. Mehrfach wurde die Friedensfunktion des vereinten Europas angesprochen, die Demokratie beschworen. Aber es gab auch kritische Worte, die zu viel Bürokratie, zu wenig Bürgernähe anmahnten. Als Fazit könnte dieser Satz gelten: „Europa ist alternativlos als Gemeinschaft freier Bürger“.

Dann griff ein Zuschauer, Reinhard Lied, zum Mikrofon und erzählte von der Frau, die vier Kriege miterlebt hatte, vom Großvater, der es militärisch nicht hatte weit bringen wollen, immerhin war er bis Russland gekommen, vom Vater, der bei Stalingrad kämpfte und mehrfach verwundet worden war, und von einem Schüleraustausch, der vor 50 Jahren stattfand und in eine bis heute währende deutsch-französische Freundschaft mündete.

„Solche Beiträge hätten wir gerne öfter gehabt“, meinte Bertram Schmitt, „das hat leider nicht so recht geklappt.“ Auch mehr Jugend hätte er sich bei den Treffen gewünscht. Wenn man allerdings die Teilnehmerzahlen von anderen Städten auf Worms herunterbreche, dann könne man recht zufrieden mit dem Zuspruch sein.

Position gegen Widersacher beziehen

Auch Pfarrer Thomas Ludwig aus Herrnsheim, der am Text des Europa-Liedes mitgewirkt hatte, war nicht entmutigt. Er selbst sei dabei, weil ihm die Erstarkung der anti-europäischen Bewegungen und Parteien große Sorgen mache. „Man fängt ja schon bei jeder Wahl an zu bibbern, ob eine Katastrophe passieren wird“, bekannte er. Deshalb habe er wenigstens auf diese Weise Flagge zeigen wollen. „Es ist wichtig zu begreifen, dass man sich selbst wehtut, wenn man sich von anderen abschottet“, beschrieb er sein Engagement für Europa. Auch Margret Mayer, ehemalige Direktorin der Caritas, befand sich wie Dr. Jörg Koch, Vorsitzender der Europa Union, im Kreis der friedlichen Demonstranten. „Das liegt mir wirklich sehr am Herzen“, betonte sie. „Ich habe die Hoffnung und den starken Wunsch, dass Europa nicht wieder zerfällt.“

Derweil rannte der kleine braunhäutige Justin über den Marktplatz und schwenkte strahlend die Europafahne. Auch das könnte ein gutes Omen sein!

Gegen Ende der Veranstaltung durften alle Teilnehmer einen der blauen Europa-Luftballons, die mit Adresszetteln versehen waren, in den Äther senden, um für ein einiges Europa zu werben.

Weitere Informationen unter www.pulseofeurope.eu oder explizit für Worms unter www. werkstatt-schule.de.

Wormser Zeitung, 06.06.2017

 

Engagement für Europa ungebrochen

Trotz großer Hitze zeigte die Bewegung „Pulse of Europe“ auch am Sonntag in Worms die europäische Flagge

 

Trotz großer Hitze demonstrierten auch am Sonntag die Unterstützer der Bewegung „Pulse of Europe“ auf dem Wormser Marktplatz.

Auch diesen Sonntag beteiligten sich mehr als 50 Bürgerinnen und Bürger an der Kundgebung „Pulse of Europe“ auf dem Wormser Marktplatz. Uli Valnion begleitete die Veranstaltung zum dritten Mal musikalisch.
Auf dem Programm stand unter anderem die Betrachtung der Geschichte der EU mit den Erweiterungen seit 1995 mit Finnland, Österreich und Schweden, 2004 mit weiteren 10 ost- und südeuropäischen Ländern, sowie 2007 Rumänien und Bulgarien und 2007 Kroatien.
Im Fokus stand jedoch der offene Brief mit drei Kernfragen, den „Pulse of Europe“ (PoE) am 22. Mai an Fraktionsvorsitzende, Bundesvorsitzende und andere Vertreterinnen und Vertreter der deutschen Parteien verschickte.
Der Brief ist der Beginn einer neuen Kampagne mit der PoE seinen Kampf für ein vereintes und demokratisches Europa mit dem Ziel einer Erhaltung und Weiterentwicklung der Europäischen Union auf eine neue inhaltliche Ebene bringen will.
Bei der Veranstaltung am 28. Mai in der Nibelungenstadt wies Bertram Schmitt darauf hin, dass PoE Worms sich dieser Initiative anschließen wird.
Helmut Schäf verlas den offenen Brief im Wortlaut.
Im Laufe der kommenden Woche werden Briefe mit entsprechenden Fragen zur künftigen Europapolitik an die Wormser Bundestagsabgeordneten und Landtagsabgeordneten, die Fraktionsvorsitzenden der im Stadtrat vertretenen Parteien und den Oberbürgermeister geschickt. Alle werden gebeten auf die drei im Brief enthaltenen Fragenkomplexe schriftlich zu antworten.

Gleichzeitig bietet PoE Worms den betreffenden Politikerinnen und Politikern der Parteien an, bei Kundgebungen am 03. September, am 10. September oder am 17. September 2017 – also direkt vor der Bundestagswahl – auf dem Wormser Marktplatz den anwesenden Bürgern ihre Europapolitik zu erklären und auf Fragen der TeilnehmerInnen zu antworten.
Dazu können Interessierte ihre Fragen auf Formulare von PoE schreiben, die seit Sonntag ausgeteilt werden. Diese können auch als PDF Datei unter www.werkstatt-schule.de – „Prüfstand – Europapolitik der Parteien“ heruntergeladen werden.

Abschließend wurde geworben für die Teilnahme von PoE –Worms am Backfischfestumzug am 27.08.2017. Hier sollen noch begeisterungsfähige Europäerinnen und Europäer zur Teilnahme motiviert werden.

Am kommenden Pfingstsonntag, den 4. Juni, ruft Pulse of Europe Worms wieder um 14 Uhr zur Teilnahme an der letzten Kundgebung auf dem Wormser Marktplatz vor der Sommerpause auf.

Nibelungenkurier, 28.05.17

 

Ortsgruppe Worms der Initiative „Pulse of Europe“ findet sich auf Städteliste im Internet

WORMS - (ales). Rockig und lautstark kam der Sound von „Pulse of Europe“ am Sonntag daher. Ede Janson und Rainer Diehl spielten auf der Kundgebung der Pro-Europa-Bewegung dieses Mal nicht unplugged, sondern mit Verstärker, um die Aufmerksamkeit von Passanten und Eiscafé-Besuchern auf den Marktplatz zu lenken.

Europabuttons für T-Shirt oder Bluse

Dort hatten sich rund 50 Teilnehmer mit Europaflaggen und -fähnchen versammelt, darunter auch die Landtagsabgeordnete Kathrin Anklam-Trapp (SPD) und zum zweiten Mal Oberbürgermeister Michael Kissel (SPD). Initiator Bertram Schmitt verkündete, dass der Wormser Ableger von „Pulse of Europe“ jetzt nicht nur bei Facebook präsent ist, sondern seit Neuestem auch auf der offiziellen Städteliste der Initiative im Internet. Außerdem neu sind die Europabuttons, die durch die Mithilfe von Eva Wirth-Kunkel produziert wurden. Bertram Schmitt betonte, dass Unterstützer der Bewegung nun ganz leicht ihre Solidarität für ein vereintes demokratisches Europa mit dem Button an T-Shirt oder Bluse sichtbar machen können.

Beschäftigung mit der Geschichte der EU

Nachdem am Sonntag vorvergangener Woche damit begonnen worden war, die EU-Geschichte aufzurollen, ging es jetzt in die Fortsetzung. Annemarie Harms und Claudia Koch hängten Flaggen von Ländern auf, die im Zeitverlauf der EU beitraten. Dr. Jörg Koch erklärte die näheren Umstände des Beitritts von Dänemark, Irland und Großbritannien 1973, Griechenland 1981 und Portugal und Spanien 1986. Damit stieg die Zahl der Mitgliedsländer auf zwölf.

Außerdem wurde der Abschluss des Vertrages von Maastricht über die „Europäische Union“ im Jahr 1992 auf der Kundgebung thematisiert, der die Römischen Verträge von 1957 ergänzte. Am Sonntag, 28. Mai, soll es dann ab 14 Uhr auf dem Marktplatz weitergehen mit dem dritten Teil der Geschichte der EU.

•  KUNDGEBUNG

Auch für kommenden Sonntag, 28. Mai, ruft „Pulse of Europe“ wieder ab 14 Uhr zur Kundgebung auf dem Wormser Marktplatz auf.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.pulseofeurope.eu, für Worms unter www.werkstatt-schule.de.

Wormser Zeitung, 23.05.17

 

Pulse of Europe erinnert an die Anfänge der EU

Terminplan für weitere Kundgebungen festgelegt / Nächstes Treffen am 21. Mai auf dem Marktplatz

Pulse of Europe Worms zeigte ausnahmsweise auf dem Obermarkt für Europa Flagge.

Ausnahmsweise auf dem Wormser Obermarkt beteiligten sich auch am Sonntag rund 50 Menschen an der Kundgebung von Pulse of Europe Worms für Europa. Bertram Schmitt berichtete von der Teilnahme etlicher Pulse of Europe Mitstreiter an der Demonstration für Europa am Europatag, dem 9. Mai. „Wir für Europa“ ein Zusammenschluss der Jugendorganisationen Jusos, Junge Union, Julis und Junge Grüne hatte dazu aufgerufen.

Pulse of Europe Worms hat einen Terminplan der Kundgebungen für die Zeit bis zur Bundestagswahl festgelegt: Sonntag, dem 21. Mai, dem 28. Mai und dem 4. Juni wird weiterhin jeden Sonntag auf dem Marktplatz demonstriert. Es folgt eine Sommerpause.
 
Mit der Teilnahme von PoE Worms beim Backfischfestumzug geht es weiter. Dafür werden möglichst viele Mitstreiterinnen und Mitstreiter gesucht. Vor der Bundestagswahl will PoE Worms dann nochmal Fahrt aufnehmen. Am 3., 10. und 17. September sind erneut wöchentliche Kundgebungen auf dem Marktplatz geplant, um auf die Bedeutung des Themas Einigkeit und Demokratie der Europäischen Union für die Bundestagswahl aufmerksam zu machen. Über den Fortgang und Häufigkeit der Aktivitäten in Worms wird dann das Organisationsteam entscheiden.

Uli Valnion, Sänger und Liedermacher aus Mutterstadt, begleitete die Kundgebung erneut musikalisch. Wie schon Tradition wurde auch gemeinsam der Wormser Europasong: „Wir machen uns für Europa stark“ gesungen. Auch am kommenden Sonntag, dem 21. Mai, ruft Pulse of Europe Worms wieder um 14 Uhr zur Kundgebung auf dem Wormser Marktplatz auf. Weitere Informationen gibt es auf der Website http://pulseofeurope.eu/, für Worms unter: http://www.werkstatt-schule.de

Nibelungenkurier online, 14.05.17

 

 

„Eurosterhasen“ im Einsatz für Europa

„Pulse of Europe“ kann sich auch am Ostersonntag über großes Interesse freuen / Kundgebungen immer sonntags um 14 Uhr

Von: Robert Lehr 17. April 2017

Auch am kommenden Sonntag ruft Pulse of Europe Worms wieder um 14 Uhr zur Kundgebung auf dem Marktplatz auf und hofft auf viele neue Mitstreiter.

Es gab Informationen über das erste Treffen des Wormser Organisationskomitees am letzten Mittwoch, das die Weichen für die kommenden Sonntage gestellt hatte. Auch die Anmeldung bei der „Pulse of Europe“ Zentrale ist bereits erfolgt.

Im Rahmen der Veranstaltung auf dem Marktplatz am Ostersonntag ergaben sich viele interessante Gespräche, bei denen die Teilnehmer ihre Motivation sich für die EU zu engagieren, ansprachen. Es waren auch Initiatoren von „Pulse of Europe“ in Mosbach am Neckar anwesend, die in Worms zu Besuch waren.

Während der Veranstaltung wurde an Konrad Adenauer, einen der Gründungsväter der Europäischen Gemeinschaft, erinnert. Adenauer sah es nach dem Ende des 2. Weltkrieges als deren wichtige Aufgabe an, die Sicherung des Friedens in Europa zu gewährleisten. Dies sei letztlich auch seit mehr als 70 Jahren gelungen und ein großartiger Erfolg der EU.

Weitere Informationen gibt es auf der Website http://pulseofeurope.eu/
für Worms unter: http://www.werkstatt-schule.de

Nibelungenkurier, 17.04.17

 

 

Nachrichten Worms 10.04.2017

Pulse of Europe: Initiative für Demokratie und Gemeinschaft stößt in Worms auf breites Interesse

Von Claudia Wößner

WORMS - Mit einem guten Buch ab in die Hängematte! Oder doch ein leckeres Eis schlecken? Es gibt so viel Schönes, was man sich an einem sonnigen Sonntagnachmittag vorstellen kann. Für etliche Wormser ist nun auch das Demonstrieren eine echte Freizeit-Alternative, zum ersten Mal in ihrem Leben. Und zwar das Eintreten für Europa und die europäischen Werte bei der pro-europäischen „Pulse of Europe“-Initiative, die im vergangenen Jahr in Frankfurt am Main gegründet wurde und jetzt auch in Worms Anhänger gefunden hat, um den Pulsschlag Europas zu spüren.

Über 70 Jahre Frieden sind nicht selbstverständlich

„Ganz wichtig ist, dass wir seit über 70 Jahren Frieden haben. Das hat es noch nie gegeben“, sagt Renate Haag. Kaum hat die Ehrenvorsitzende des Hausfrauenvereins ihren Satz beendet, brandet auf dem Marktplatz Applaus auf, und die Europaflaggen mit den goldenen Sternen werden geschwenkt. Nicht von einem kleinen Häuflein aufrechter EU-Freunde, sondern von Dutzenden Menschen, die sich der Sache Europas verpflichtet fühlen. Nachdem sich auf Initiative Bertram Schmitts, eines früheren Schulleiters in Lampertheim-Hofheim, am „Worms blüht auf“-Wochenende noch rund zwölf Personen getroffen hatten, sind es nun mehr als 60 Personen, die auf dem Marktplatz zeigen wollen, dass ihnen die Europäische Union wichtig ist. Gleichzeitig möchten sie darauf aufmerksam machen, dass das einige Europa keine Selbstverständlichkeit ist. Das ist der Grundtenor an diesem Nachmittag. Freiheit, Demokratie, Menschenrechte und Frieden sind keine Güter, die von heute auf morgen Bestand in Europa hatten. „Europa ist so selbstverständlich geworden, aber das ist es nicht“, meint Dr. Jörg Koch, Vorsitzender des Kreisverbands der Europa-Union, die die Demonstration auf dem Marktplatz unterstützt. Koch, der als Lehrer an einem Gymnasium in Frankenthal unterrichtet, hat auch eine Antwort darauf, warum das Durchschnittsalter der Pro-EU-Demonstranten auf dem Marktplatz an diesem Sonntag die 30 Jahre offensichtlich weit überschritten hat und kaum ein junges Gesicht zu sehen ist. Eben deshalb, weil für die Jüngeren das geeinte Europa so selbstverständlich geworden sei, dass sie sich gar keine Gedanken mehr darüber machten. Für das Modell Europa, erklärt Koch, „lohnt es sich aber, jeden Tag einzutreten“.

Dies hat auch Heidi Hoffmann für sich erkannt. Sie selbst hält sich für „nicht so politisch“, aber ihr ist es wichtig, den Rechtspopulisten entgegenzutreten: „Mit 56 Jahren habe ich zum ersten Mal demonstriert.“ Silvia Gutjahr, die frühere Ortsvorsteherin Herrnsheims, hat sich mit der Europaflagge über der Schulter ebenfalls miteingereiht in die Riege derer, die erstmals demonstrieren und sich gegen die Hängematte entschieden haben. Damit in Europa weiter die Waffen schweigen und jeder zwischen Stockholm und Madrid sein Eis schlecken kann, wo er will.

Wormser Zeitung 10.04.17

 

 

Bericht Wormser Zeitung: 05.04.17

Pulse of Europe: Initiative für Demokratie und Gemeinschaft ist in Worms angekommen

Von Anna Mielke

WORMS - Nicht gegen etwas, sondern für etwas wollen sie demonstrieren, sich positiv äußern und einsetzen für die Europäische Union, für Demokratie und Gemeinschaft, in Zeiten, in denen unsachliche Kritik und Hetze dominieren. Den Pulsschlag von Europa wieder spüren, dafür gehen sie auf die Straßen, allein in Deutschland bereits in 70 Städten, halten Kundgebungen und Europafahnen hoch. „Pulse of Europe“ ist eine pro-europäische Initiative, die vergangenes Jahr in Frankfurt am Main gegründet wurde, sich seitdem in ganz Europa ausbreitet und nun vor zwei Wochen auch in Worms angekommen ist.

Auch Wormser möchten den „Pulse of Europe“ spüren, und so trafen sich bereits an zwei Sonntagen Mitstreiter und Befürworter auf dem Marktplatz und schwenkten die blauen Fahnen mit zwölf goldenen Sternen. Vorerst sind es nur zehn bis zwölf Personen, aber Bertram Schmitt, Initiator der Treffen in Worms, hofft auf mehr Zuspruch, wenn die Veranstaltungen und die Initiative bekannter geworden sind. „Wir stehen momentan noch ganz am Anfang und probieren erst einmal aus, ob Worms bereit ist mitzumachen und sich zu einem demokratischen Europa zu bekennen. Auf Dauer wäre es natürlich schön, wenn sich die Treffen etablieren würden“, sagt Schmitt.

Er selbst hörte von der Initiative in Frankfurt und nach zahlreichen Gespräche mit Bekannten, bei denen der allgemeine Tenor war: „Eigentlich müsste man sich ja schon einsetzen für Europa“, beschloss er, einen Versuch in Worms zu starten. Auch wenn sie sich momentan noch auf Europabanner und das Schwenken von Fahnen beschränken, so gab es doch eine überwiegend sehr positive Resonanz von Passanten, wie Schmitt erzählt. „Ganz viele Menschen stehen Europa und der EU positiv gegenüber, haben jedoch noch kein Bewusstsein dafür entwickelt, dass man für den Erhalt dieser Werte auch etwas machen muss“, meint Bertram Schmitt. Er war Schulleiter in Lampertheim-Hofheim, auch aus dieser Perspektive ist ihm die europäische Solidarität wichtig, denn sie ermöglicht seiner Ansicht nach unter anderem Austausch sowie einfaches Studieren und Arbeiten im Ausland. All das wollen die Wormser Demonstranten nicht infrage gestellt wissen. „Brexit, die spannenden niederländischen Wahlen sowie die französischen Wahlen, die noch kommen, sind dringende Gründe, seine Stimme zu erheben und aufmerksam zu machen auf das, was wir wahren und erhalten wollen. Und nicht zuletzt ist es natürlich im Hinblick auf die Bundestagswahlen eine Positionierung gegen die AfD und europa-unfreundliche Parteien“, erklärt der Initiator. Noch ist die Wormser Gruppe von Mitstreitern sehr klein und nicht bei der offiziellen Initiative angemeldet, wenn sich aber zeigt, dass auch in Worms mehr Menschen bereit sind, auf die Straße zu gehen, dann wird sich die Initiative offiziell registrieren lassen. Mitglieder des Kreisverbandes der Europa-Union wohnten einem Treffen der Gruppe bereits bei und haben ihre Unterstützung zugesagt. „Die europäischen Werte Humanität, Rationalität, Säkularität, Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und Menschenrechte sind die Basis des Erfolgs Europas“, findet Jörg Koch, Vorsitzender der Europa-Union.

Wormser Zeitung, 05.10.17

Bericht Wormser Wochenblatt, 05.04.2017


Bericht Nibelungenkurier, 05.04.17