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Demo gegen Faschismus in der Wormser Innenstadt

Thüringen und seine Folgen: Am Montag wurde in Worms gegen den „Tabubruch“ bei der Landtagswahl demonstriert. Gleichzeitig äußert sich die Wormser CDU zum „AKK“-Rückzug.

Von Claudia Wößner, Wormser Zeitung

 

Bernhard Elz vom DGB-Stadtverband geißelt am Montagabend bei der Demonstration vor dem Hauptbahnhof den „Tabubruch“ von Thüringen. (Foto: BilderKartell / Martin H. Hartmann)

WORMS - „Wie kann es sein, dass so viele wegschauen? Deutschland, wach auf!“ Aus Hilal Ünen sprechen Wut, Haltung und Courage. Die 18 Jahre alte Schülerin des Gauß-Gymnasiums hat am frühen Montagabend bei der Demonstration gegen den „Tabubruch“ von CDU und FDP, die gemeinsam mit der AfD den Ministerpräsidenten in Thüringen gewählt hatten, die mutigste Rede gehalten.

Ein Bündnis aus DGB, Arbeitskreis Asyl, Bündnis gegen Naziaufmärsche und Linksjugend hatte zu der Kundgebung aufgerufen. Bei einem Wetter, bei dem kaum jemand vor die Haustür gehen wollte, waren 45 Personen gekommen. Darunter Hilal Ünen. Am Gauß besucht die Gymnasiastin die AG „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“, geleitet von Katja Baumgärtner. Neben der Lehrerin und Ünen nahmen noch vier weitere Schüler an der Demonstration teil. Aber wie könne es nur sein, dass sich nicht mehr Schüler beteiligen, fragte Ünen, die spontan eine Rede hielt und sagte, was ihr gerade durch den Kopf ging.

In der Tat waren es vor allem viele Ältere, die sich am Eingang des Hauptbahnhofs trafen, um durch die Stadt zu laufen. Die „Omas gegen Rechts“ waren dabei, „Pulse of Europe“, aber auch Flüchtlinge aus Syrien und der Türkei, um gegen Rassismus und Faschismus ein Zeichen zu setzen. Bernhard Elz, Vorsitzender des DGB-Stadtverbandes, und Angelika Wahl (Helferkreis Asyl) ließen die Ereignisse von Thüringen rekapitulieren, fassten ihr Entsetzen in Worte und machten klar: „Kein Pakt mit den Faschisten – niemals und nirgendwo.“ Sie sprachen sich gegen jede Zusammenarbeit mit der AfD aus.

Pfarrer Fritz Delp ergriff für den Runden Tisch der Luthergemeinde das Wort. Gewandt an alle Teilnehmer der Demo befand er: „Im Gegensatz zu FDP, Lindner und Co. haben wir aus der Geschichte gelernt.“ Von der SPD griffen der Landtagsabgeordnete Jens Guth und Stadtratsmitglied Markus Trapp zum Megafon. Trapp, der Bojemääschter vun de Fischerwääd, bekannte sich zu seiner Liebe zu Worms, und zwar zu einer bunten und multikulturellen Stadt. Guth bezog zur AfD klar Position: „Wir haben es hier mit echten Nazis im Schafspelz zu tun.“

Reaktionen aus der Wormser CDU

Ein Gesprächsthema unter den Teilnehmern der Demonstration war der Rückzug der CDU-Bundesvorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer (AKK). Kein Unionspolitiker ging bei der Demo mit. Aber die Frage, wie es mit der CDU weitergeht, lieferte Diskussionsstoff. Und was sagen Wormser CDU-Politiker dazu? Die Kreisvorsitzende Stephanie Lohr will sich nicht anmaßen, zu sagen, wie es mit der Bundes-CDU weitergehen soll. Sie findet die AKK-Entscheidung aber schade. „In den letzten Wochen“, sagt Lohr, „hatte ich den Eindruck, dass sie sich gut etabliert und sich auf dem Posten entwickelt hat.“ Sie sei AKK dankbar gewesen, dass sie nach den Ereignissen von Thüringen klar Haltung bezogen habe. AKK hatte sich gegen eine Zusammenarbeit mit den Linken und der AfD ausgesprochen. Der Druck auf AKK sei aber unglaublich groß geworden. Für Lohr ist es nun wichtig, dass die Unionsspitze überlegt vorgeht und es einen „geordneten Prozess“ gibt.

Marco Schreiber, Vorsitzender der Jungen Union, hat einen Favoriten für die AKK-Nachfolge: „Aus meiner persönlichen Sicht, aber auch aus Sicht von vielen Mitgliedern in der Jungen Union, ist Friedrich Merz der richtige für diese Aufgabe.“ Am Ende sei jedoch nur eines wichtig: „Dass wir als Partei geschlossen und gestärkt aus diesem Prozess hervorgehen.“ Für Schreiber ist AKKs Ankündigung „ein nachvollziehbarer und konsequenter Schritt, der sicherlich viel Mut erfordert hat“. Die CDU müsse sich jetzt Zeit nehmen, um die Weichen für die Nachfolge neu zu stellen. Dabei sei auch weiterhin eine klare Abgrenzung zu rechtem und linkem Gedankengut wichtig.

Bericht, Wormser Zeitung 04.02.2020

 

 

DGB Kundgebung am 1. Mai 2019

"Europa. Jetzt aber richtig! "
Auf die Straße für ein solidarisches & gerechtes Europa


PoE-Worms findet dieses Motto wichtig und richtig
besonders im Hinblick auf die Europawahl am 26. Mai 2019.

Wir sind deshalb bei der Maikundgebung auf dem Wormser Marktplatz dabei
und fordern alle überzeugten EU-Bürger auf, sich zu beteiligen.

 

 

Wormser „Omas gegen Rechts“ sind für Frieden und Toleranz

Herta Schindler und Elli Olff haben in Worms die Ortsgruppe „Omas gegen Rechts“ gegründet. Am Samstag sind sie am Winzerbrunnen. Die AZ hat gefragt: Wie wird man Oma gegen Rechts?

Herta Schindler-Hauser heißt nicht nur Omas, sondern alle Interessierten zu ihrer Gruppe willkommen. Foto: Schindler-Hauser

WORMS - Die Omas gegen Rechts sind im November 2017 in Wien als Antwort auf die politische Entwicklung in Europa im Allgemeinen und in Österreich im Besonderen gegründet worden und haben sich im April 2018 als Verein konstituiert. In Deutschland gibt es mittlerweile viele Ortsgruppen. Nun haben Herta Schindler-Hauser und Elli Olff auch in Worms eine Gruppe gegründet, am Samstag werden sie am Winzerbrunnen stehen.

Frau Schindler-Hauser, Oma-Gruppe, das hört sich ein bisschen behäbig an.

Herta Schindler-Hauser: Ja, mit „Oma“ assoziiert man in der Regel harmlose, nicht gerade politisch aktive ältere Frauen – und genau diesem Bild wollen wir widersprechen, denn die Situation in Deutschland mit zunehmendem Populismus von Gruppen wie Pegida oder AfD erfordert das.

Warum haben Sie sich dazu entschlossen, eine eigene Initiative zu gründen?

Die Europawahl ist für uns ein Auslöser, aktiv zu werden, um dem Rechtsruck nicht tatenlos zuzusehen. Europakrise, Brexit, immer stärker werdende rechtspopulistische Parteien und Nationalismus in vielen europäischen Staaten. Es macht uns Angst, dass sich diese ultrarechten Strömungen nun für die Europawahl miteinander verbünden. Uns geht es aber über die Europawahl hinaus vor allem darum, gerade in Deutschland mit unserer besonderen Geschichte auf die Gefahren hinzuweisen, die Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, nationalistische Bestrebungen und Leugnung des Klimawandels für unsere Demokratie haben.

In welchen Bereichen sehen Sie unsere Demokratie gefährdet?

Es ist unerträglich zu sehen, wie von bestimmten Leuten über gezielte Provokationen und Grenzüberschreitungen, über Verbreitung von Lügen und Verschwörungstheorien bewusst Stimmung zum Beispiel gegen Fremde oder Andersgläubige gemacht wird. Solche Parteien sind in unseren Augen eine Gefahr für die Demokratie.

Warum ist Ihnen Überparteilichkeit so wichtig?

Damit man nicht gleich in eine bestimmte Ecke gestellt wird. Demokratie lebt von der Vielschichtigkeit der Meinungen, vom Ringen um Lösungen mithilfe von Kompromissen. Deshalb geht es uns nicht um eine bestimmte politische Partei, sondern um all die Kräfte, die die demokratischen Spielregeln einhalten und leben.

Die Stärkung der Demokratie ist eines ihrer wichtigsten Themen. Welche Möglichkeiten sehen Sie, hier etwas zu bewirken?

Viele Gespräche führen, diskutieren, Meinungsvielfalt akzeptieren, aber deutlich Position beziehen, unsere Einstellung öffentlich machen und dafür geradestehen. Wir möchten aufzeigen, dass jeder einzelne Mensch eine Verantwortung für unsere Demokratie trägt.

Welche eigenen Erfahrungen bringen Sie beide ein?

Elli Olff war lange in der Friedensbewegung aktiv, auch beeinflusst von ihrem Vater (Jahrgang 1920), der sich vehement gegen die Wiederbewaffnung der BRD positionierte. Außerdem kämpft sie seit Jahrzehnten für den Umweltschutz und ist unter anderem BUND-Mitglied. Ich engagierte mich als Pax-Christi-Mitglied in der Friedensbewegung und bemühe mich, im täglichen Leben ökologisch bewusst zu handeln. Rückblickend können wir beide sagen, dass wir unsere Protesterfahrungen insgesamt positiv sehen, und ziehen auch daraus die Motivation, jetzt wieder aktiv zu werden. Die Jugendlichen machen das mit „Fridays for Future“ gerade vor und beweisen, dass mit Beharrlichkeit und öffentlicher Präsenz durchaus etwas in Bewegung gerät.

Dürfen nur Omas mitmachen oder sind auch Opas, Tanten, Kinder, Enkelkinder erwünscht?

Alle können mitmachen und sind herzlich willkommen!

Wie kann man Kontakt zu Ihnen aufnehmen?

Wir stehen am Samstag, 13. April, 10 bis 12 Uhr, neben und mit Pulse of Europe am Winzerbrunnen. Auch sind wir über E-Mail an omasgegenrechts-worms@gmx.de zu erreichen. Geplant ist ein monatlicher Treff; Ort und Zeit werden noch bekannt gegeben.

Das Interview führte Ulrike Schäfer.

Bericht: Wormser Zeitung, 13.04.19

 

 


Fotos Europaschulen, Wormser Zeitung

"Europäischer Tag der Sprachen" am Rudi-Stephan-Gymnasium Worms

Wie schon 2017 (siehe Bericht) feiert das RSG Worms auch dieses Jahr am 26.09.2018 den Europäischen Tag der Sprachen (ETdS).

PoE Worms ist bestrebt mit den Wormser Schulen verstärkt zusammen zu arbeiten. Elo und Rudi wurden vor kurzen als Europaschulen zertifiziert. (siehe Bericht der WZ) Da bietet sich eine Kooperation geradezu an. Aber auch mit anderen Wormser Schulen wollen wir in Kontakt kommen.

Deswegen planen wir auch derzeit die Teilnahme am ETdS mit Lehrkräften des RSG.

Dazu bald mehr.

 

Tag der offenen Gesellschaft

PoE Worms beteiligt sich am Samstag den 16.06.2018 am Tag der offenen Gesellschaft. Im Aufruf der Initiatoren heiß es dazu:

"Eine offene Gesellschaft gibt es nur dann, wenn genug Menschen für sie eintreten. Am
Samstag, den 16. Juni 2018, heißt es wieder überall: Tische und Stühle raus und schön
eindecken! Ein ganzes Land tischt auf und setzt einfach mal ein Zeichen #dafür! Für die
Demokratie, für Offenheit, Gastfreundschaft, Vielfalt und Freiheit."


PoE wird dabei sein, wenn am 16.06 am Rondell Zornstraße, Burkhardstraße, Wasserturmstraße, Noltzstraße Tische und Bänke aufgestellt werden und gemeinsam Kaffee getrunken wird, denn Demokratie, Offenheit, Gastfreundschaft, Vielfalt und Freiheit wünschen wir uns weiterhin für Europa. Nur zu, bringt was mit und kommt mit dazu.

Kontakt:
Mascha Roth mascha.roth@die-offene-gesellschaft.de
Tel.: +49 (30) 555 794 553
www.die-offene-gesellschaft.de

 

 

Als PDF Datei herunterladen

 

Demokratie leben!


veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem BM für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

eine Lesung mit Diskussion mit dem Politiologen und Publizisten Dr.Florian Hartleb zu

dessen Buch:

"Die Stunde der Populisten"

Wie sich unsere Politik trumpetisiert und was wir dagegen tun können

Am Dienstag, den 27.06.2017, um 19.00 Uhr

im Luthersaal, Friedrich Ebert Str. 45 in Worms

Der Eintritt ist frei!

Bitte weitersagen!!!

 

 

Foto: Wormser Zeitung 05.05.17

Die Jugend aufrütteln: Gruppe "Wir für Europa" plant Demonstration am 9. Mai in Worms

Von Claudia Wößner

WORMS - Die Weltkugel auf dem Hochschul-Campus, natürlich! Ein besseres Symbol kann es kaum geben für das, woran diese jungen Leute glauben, die an diesem Nachmittag Europa-Plakate schwenken, die EU-Flagge, Europa-T-Shirts und Europa-Luftballons in der Hand halten. Für sie ist das vereinte Europa das Beste, was ihnen passieren konnte. Und das wollen sie nun all denen entgegenrufen, für die das Auseinanderfallen der Europäischen Union das Beste wäre, was ihnen passieren könnte.

„Wenn ich später gefragt werde: Was hast Du getan, um zu verhindern, dass Europa zerstört wird, dass es zerbricht? Dann kann ich sagen, dass ich demonstriert habe“, sagt Max Wiederstein. Der Juso gehört zur Gruppe „Wir für Europa“, die für den 9. Mai eine Pro-Europa-Demonstration in Worms organisiert.

Nachwuchsorganisationen stehen zusammen

Hinter „Wir für Europa“ stehen die Jusos, die Junge Union, die Jungen Liberalen und die Grüne Jugend. Die Nachwuchsorganisationen von SPD, CDU, FDP und den Grünen wollen ein Zeichen setzen, dass die Europäische Union, so viel Reformbedarf es auch beim Staatenverbund geben mag, für Europa die beste Form der internationalen Zusammenarbeit ist, etwas Einmaliges in der Geschichte. Und vor allem möchten die jungen Demonstranten ihre Altersgenossen aufrütteln, dass die EU eben nicht selbstverständlich ist. Denn genau das sei das grenzenlose Europa für die überwiegende Mehrheit von Schülern, Studenten oder Azubis, eine Selbstverständlichkeit. Davon sind die Mitglieder von „Wir für Europa“ alle überzeugt.

Marco Schreiber, Vorsitzender der Jungen Union Worms, erinnert an die Brexit-Abstimmung. Viele junge Briten sind damals nicht zur Wahl gegangen – und beklagten sich später, dass ihre Zukunft verraten worden sei. Wie Schreiber meint, profitierten gerade die Jungen am meisten von Europa. Der Wohlstand, Jobs, Studienplätze, all das und noch so viel mehr ist nach Meinung der „Wir für Europa“-Aktiven mit dem Schicksal der Europäischen Union verknüpft. Passiert jetzt nichts, könne es möglicherweise zu spät sein und das vereinte Europa ist Geschichte.

Vier Stationen bei Marsch

„Ich kenne Krieg nur aus Büchern, das sollte auch so bleiben“, sagt Maurice Schneider von den Jungen Liberalen. Und Max Wiederstein findet: „Es ist eine Illusion im 21. Jahrhundert, dass 80 Millionen Deutsche in der Welt allein etwas bewirken können.“ Nicht allein, zusammen, nur so geht es in Europa, glauben die jungen EU-Befürworter, und nur so geht es auch bei „Wir für Europa“.

Die vier Partei-Jugendorganisationen machen gemeinsame Sache, dass vereinte Europa als großes Ganze eint sie alle. Dass die Nachwuchsverbände aber durchaus unterschiedliche Positionen haben, wie die EU von morgen strukturiert sein soll, das soll bei der Demonstration am 9. Mai deutlich werden. Beim Marsch durch die Innenstadt wird es vier Stationen geben, an denen jeweils eine Vision für Europa entworfen werden soll. Träume und Forderungen, die Europas Populisten übertönen sollen, wie Marco Schreiber betont: „Es ist Zeit, dass wir zurückschreien.“

Die Pro-Europa-Demo „Wir für Europa“ ist geplant für Dienstag, 9. Mai. Los gehen soll es um 18 Uhr am Hauptbahnhof. Die Teilnehmer wollen gemeinsam durch die Innenstadt gehen und Flagge zeigen.

Weitere Informationen gibt es auf der Facebook-Seite von „Wir für Europa“.

„Wir für Europa“ ist neben „Pulse of Europe“ (PoE) in Worms die zweite große Initiative, die für die EU demonstriert. Die PoE-Gruppe trifft sich jeden Sonntag auf dem Marktplatz. Beginn ist immer um 14 Uhr. Auch „Wir für Europa“-Mitglieder haben schon an einer Pulse of Europe-Kundgebung teilgenommen.

Bericht Wormser Zeitung 04.05.17

 

 

 

„Aktiv werden für Erhalt der Demokratie“

Veröffentlicht am Februar 17, 2017

Von Ulrike Schäfer

RUNDER TISCH Bündnis verschiedener Organisationen will sich im Bundestagswahlkampf kritisch mit der AfD auseinandersetzen

WORMS – Eine Reihe von Menschen verschiedener Organisationen war am Dienstagabend zum Runden Tisch der Luthergemeinde in den Luthersaal gekommen. Sie alle trieb die Sorge um, dass die AfD bei den Wahlen im Herbst auch in den Bundestag einziehen könnte.

Zu Beginn des Treffens skizzierte Pfarrer Fritz Delp erste Gedanken. „Es ist ein Anliegen des Runden Tischs, gemeinsam mit Gleichgesinnten für den Erhalt der Demokratie aktiv zu werden“, sagte er. „Was setzen wir den Rechtspopulisten entgegen?“, war darum die zentrale Frage. Neben der Vergewisserung der eigenen Wertepositionen nannte er als mögliche Schwerpunktthemen eine Analyse der AfD-Begrifflichkeiten, die teilweise deutlich dem nationalsozialistischen Vokabular entlehnt seien, sowie einen vergleichenden Blick in die späten Jahre der Weimarer Republik: „Da gibt es manche Parallelen zu heute.“

  • TERMIN

Das nächste Treffen des Runden Tischs der Luthergemeinde findet am Dienstag, 21. März, 19 Uhr, im Luthersaal, Friedrich-Ebert-Straße 45, statt.

Vertreter von Kirchen, Parteien, Gewerkschaften

Danach kam eine lebhafte Aussprache in Gang, die sich zunächst um das Phänomen drehte, warum die AfD einen so großen Zuspruch hat. Es wurden viele Gründe genannt, etwa eine grundsätzliche Fremdenfeindlichkeit und Staatsferne. Aber es gebe auch eine nachvollziehbare Unzufriedenheit der Menschen. Die Schere zwischen Arm und Reich klaffe immer weiter auseinander. Seit Jahren hätten die unteren Einkommen keine Reallohnsteigerung erfahren. Die AfD spiele die Armen gegen die Armen aus. „Aber sie schürt nicht nur Ängste, sondern weckt sie auch“, betonte Fritz Delp. Mittlerweile habe auch der Mittelstand eine berechtigte Angst vorm sozialen Abstieg. Deshalb sei es wichtig, auch die etablierten Parteien in den Blick zu nehmen. „Wir sollten das Thema Transparenz in der Politik besetzen und politische Prozesse durchschaubar machen“, mahnte Katharina Schmitt, stellvertretende Vorsitzende der Stadtratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen.

Nach dieser ersten Aussprache wurden Ideen für das weitere Vorgehen gesammelt. In den einzelnen Gruppen hat sich bisher schon einiges getan. Die Jugendreferentin Johanna Clausnitzer-Piel des Dekanats Worms-Wonnegau und ihr katholischer Kollege Sebastian Besier planen unter anderem eine Erstwählerveranstaltung ohne die AfD. Angelika Wahl vom Verein Asyl Worms hat Briefe an die Oberstufen der Schulen geschickt mit dem Vorschlag, dass Schüler Flüchtlinge als moderne Zeitzeugen befragen können. Der Verein könne auch Filme und Lesungen anbieten und werde im Mai in der Dreifaltigkeitskirche eine aktualisierte Form der Ausstellung „Asyl ist ein Menschenrecht“ zeigen.

Bernhard Elz, Vorsitzender des DGB-Stadtverbands, berichtete, dass man beschlossen habe, die zu erwartende Wahlwerbung der AfD in den Fußgängerzonen durch einen entsprechenden Fragenkatalog argumentativ zu konterkarieren. Darüber hinaus will sich eine Kleingruppe in den nächsten vier Wochen mit dem Parteiprogramm der Rechtspopulisten befassen und die Analyse beim nächsten Treffen vortragen. Angedacht wurden auch Vorträge, ein Workshop gegen Stammtischparolen, ein Konzert und anderes mehr.

Um sich über die Aktionen der einzelnen Gruppen des Runden Tischs zu informieren, aber auch, um gemeinsame Aktionen zu ermöglichen, soll eine Internet-Seite unter dem Namen Wormser Forum eingerichtet werden.

Bericht, Wormser Zeitung, 2017-02.16